 |
Haken
|
|
|
|
Unsere Verantwortung |
|
|
|
|
|
Mit dem Wachsen unseres allgemeinen Bildungsstandes, sollte es auch für uns Meeresangler immer selbstverständlicher werden an ein schonendes Zurücksetzen von untermaßigen oder geschützten Fischen zu denken. Ich kann nicht verstehen wieso die Industrie immer noch rostfreie Angelhaken verkaufen darf. Noch weniger kann ich Angler verstehen die diese Haken kaufen. Wie lange benutzen wir denn einen normalen Brandungshaken. Meine kommen nach dem 3 bis maximal 5 Tag der Nutzung weg, dann sind sie nicht mehr gut zu schärfen und fangen so auch weniger Fische. Wozu kauft man denn dann rostfreie Haken für die Brandung? Etwa damit im Sommer die Badegäste hineintreten, oder damit ein gehakter und abgerissener Fisch (wenn er es überlebt) bis an sein Lebensende mit einem Haken rumschwimmt?!!! Also, ich kann es nicht begreifen.
In anderen Ländern (z.B. USA, England, Irland) gelten in gewissen Bereichen schon viel schärfere Bedingungen für die Ausrüstung, um dem Fisch eine möglichst große Überlebenschance nach dem Zurücksetzen zu gewähren und pfleglicher mit der Natur umzugehen. Viele Angler entscheiden sich aber mittlerweile auch ohne gesetzliche Vorschriften für diese schützenden Maßnahmen. Ich möchte nun zu einigen Neuerungen in der Haken-Technik kommen die diesem Ziel Rechnung tragen.
|
|
Limerick-Match-Hooks
Von Meeres-Wettkampfanglern seit einiger Zeit benutzte dünndrahtige Version eines (doch recht langschenkligen) Limericks. Diese Haken fische ich selber seit dem Frühjahr 2000 mit großen Erfolg. Das besondere ist, daß wenn man mit einem schnellen Ruck an der Mundschnur reißt, der Haken sofort aus dem Fisch kommt, egal wie tief geschluckt wurde. Dies liegt daran das der Haken sich aufbiegt. Wenn man allerdings langsam zieht, biegt sich er sich nur sehr schwer auf, der Haken erweist sich als extrem stabil und zäh und hält bombenfest. Ich habe bis jetzt noch keinen Fisch durch das Aufbiegen des Hakens verloren. Obwohl ich schon einige schöne Dorsche mit diesen Haken ohne Probleme ans Ufer geholt habe, ist der Hauptbereich in denen diese Haken benutzt werden natürlich das Angeln auf Plattfische. Keine Pulerei mehr um den Haken zu entfernen, einfach mit einem Ruck reissen und danach wieder geradebiegen und weiter gehts. Bis jetzt habe ich noch keinen Fisch bluten gesehen den ich mit diesen Haken gefangen habe. Die zurückbleibenden Wunden sind extrem klein und geben den untermaßigen Plattfischen und gierigen kleinen Dorschen die allerbesten Überlebenschancen. Die Haken werden hergestellt von MUSTAD und haben die Artikelnummer 4446B (Surf Casting Bend), es gibt sie in den Größen 3 bis 4/0. Ich habe bis jetzt nur die Größen 3 und 2 benutzt und weiß nicht wie das mit dem Aufbiegen bei den größeren Maßen ist. Leider ist der Haken hier bei den Händlern recht unbekannt, da er vorwiegend für den englischen Markt produziert wird. Die Wettkampf-Szene ist in England um ein vielfaches größer als hier in Deutschland und die Nachfrage nach ressourcenschonenden und schnell zu lösenden Haken auch dementsprechend.
Eigentlich müßte es möglich sein die Haken bei jedem guten Händler zu bestellen, da die meisten sowieso MUSTAD im Programm haben und in sofern auch in Kontakt mit den Lieferanten sind.
|
|
Limerick-Match-Hook
 |
|
Circle-Hooks
Der zweite Fisch-schonende Haken.
Eigentlich nichts wirklich Neues, denn die Idee zu diesem Haken ist so alt wie der Angelhaken an sich. Schon der Urmensch fischte mit dieser Hakenform, nur die Materialien waren damals anders, eben Knochen, Muscheln, etc.. Der Circle Hook ist immer noch das am meisten verwendete Angelhaken-Model bei den kommerziellen Fischern, z.B. bei Langleinen. Neuerdings gewinnt diese Form auch unter den Sportanglern immer mehr Anhänger. Gerade die Großfischangler schätzen diesen Haken schon seit Längerem. Viele Hai- und andere Großfischarten sind vom Aussterben bedroht und so war der Druck groß -wenn man weiter auf diese Haie Angeln wollte- dafür zu sorgen daß sie schonend zurückgesetzt werden können. Jedoch auch in der Brandung gewinnt diese Hakenart immer mehr Freunde, da sie ein absolut zuverlässiges Haken des Fisches ermöglicht. Es gibt mittlerweile Untersuchungen die bestätigen, daß die Menge der am Haken gebliebenen Fische deutlich größer ist bei der Verwendung von Circle-Hooks.
Die Funktionsweise ist so einfach wie genial. Der Fisch nimmt den Köder und schluckt ihn. Wenn er jetzt davon schwimmt dann rutscht der Haken wieder aus dem Schlund ins Maul und verfängt sich dabei "immer" in der Wangen-Seite des Fisches -wo Ober- und Unterkiefer verbunden sind (die Schere)- der daraufhin perfekt gehakt ist. Wichtig ist hierbei daß der Fisch den Köder komplett im Maul haben muß und das man natürlich keinen Anhieb setzten darf, da man den Haken sonst im schlechtesten Fall wieder aus dem Fischmaul herauszieht. Kein Fisch schwimmt normalerweise rückwärts, deshalb faßt der Haken wirklich immer. Nachdem man den Fisch gelandet hat, sitzt der Haken immer gut erreichbar am Maul, wie im Lehrbuch quer durch die Wange.
Ich selber habe mit diesen Haken noch nicht geangelt, jedoch werde ich das bald nachholen. Mein Freund Kristian aus Dänemark fischt diese Haken jetzt seit Frühjahr 2001 mit großem Erfolg auf alle gängigen Fischarten in der Brandung und vom Boot.
|
|
Circle-Hook
 |
|
|
|
Allgemeine Tipps |
|
|
|
|
|
|
|
Der Haken gehört zu den grundlegensten und wichtigsten Dingen die beim Angeln benötigt werden. Angelhaken und Schnur gab es schon vor tausenden von Jahren, die Stationärrolle wurde jedoch vor nicht allzulanger Zeit erfunden. Fische wurden auch schon vorher gefangen.
|
|
Schärfe-Test |
|
Die Schärfe
Einer der häufigsten Fehler die Neulinge beim Brandungsangeln machen ist das sie an den Haken sparen. Entweder es werden die "Superbilligen" gekauft, die schon vom Werk aus nicht richtig scharf sind, oder gute Haken werden immer wieder benutzt bis sie halt kaputt sind oder verloren gehen. Meine Haken sind nach einem Angeltag stumpf und fangen dann deutlich weniger Fisch. Um zu testen ob die Haken die man benutzen will wirklich noch scharf sind, kann man folgenden einfachen Test machen: die Hakenspitze muss in einem ca. 45 Grad Winkel auf den Daumennagel aufgesetzt werden. Wenn man den Haken jetzt, mit nur sehr leichtem Druck über den Nagel zieht und die Hakenspitze "sofort" greift, dann ist er scharf genug, wenn nicht dann nicht.
Welche Schärfetechnik des Herstellers man wählt bleibt jedem selbst überlassen und jeder kann hier seine eigenen Erfahrungen machen. Zwei Techniken sind weit verbreitet: 1) Chemische Schärfung. Hierbei wird durch einen chemischen Prozess geschärft. Die allermeisten Haken die heutzutage angeboten werden sind so geschärft. 2) Physikalische Schärfung: Hierbei wird durch Schleifen geschärft. Dies Verfahren wird durch den höheren Aufwand immer seltener.
Meine Erfahrung ist, daß chemisch geschärfte Haken sich nicht so oft nachschärfen lassen wie Geschliffene (hat vielleicht was mit dem verwendeten Material zu tun).
|
|
Nachschärfen |
|
Das Nachschärfen von Haken sollte man Zuhause üben und nicht beim Angeln. Ich verwende hierzu am liebsten kleine flache Steine die ich am Strand finde. Ich glaube es ist eine Art Sandstein der am besten für das Schärfen der Haken geeignet ist, aber hier sollte jeder selbst etwas austesten. Die Haltung des Hakens ist gut auf dem Foto links zu sehen. Beachtet werden muß, daß die Rückseite der Spitze (zum Schenkel hin) auch geschliffen werden muß. Desweiteren lassen sich größere Haken leichter Nachschärfen als kleinere. Es ist aber natürlich möglich auch kleine Haken wieder scharf zu bekommen. Je flacher der Winkel in dem geschleift wird, desto öfter kann man Nachschärfen, bei chemisch geschärften Haken ist meist nach dem dritten Mal Schluß, dann werden die Spitzen nicht mehr richtig scharf. Ein nachgeschärfter Haken ist nicht so lange scharf wie ein neuer, deshalb während des Angelns öfter testen. |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Die dritte Dimension
Es gibt geschränkte (zur linke oder rechten Seite gebogene Haken) und ungeschränkte, "gerade" Haken. Beide Versionen haben Vor- und Nachteile. Während beim ungeschränkten Haken der Druck auf die zu durchstoßende Stelle im Fisch direkter und dadurch auch stärker ist, gibt der geschränkte Haken hier etwas nach. Allerdings hat der geschränkete Haken den Vorteil, daß er eine "etwas" größere Fläche (durch den zusätzlichen Winkel) zur Auswahl hat in die er eindringen kann. Ich habe einige Zeit mit geschränkten Haken geangelt, jedoch fand ich keinen ausdrücklichen Vorteil gegenüber den ungeschränkten Haken. Man kann natürlich auch "gerade" Haken selber schränken, allerdings sollte man diese dann (je nach Material) mit einem Feuerzeug an der zu biegenden Stelle erhitzen. Dies macht einige Hakenmaterialien weniger brüchig während des Biegevorganges
|
|
Gerade und geschränkt |
|